Portrait

Eva Marguerre

Designerin

Hamburg


Seitdem Eva Marguerre ihr Studium an der HfG Karlsruhe abgeschlossen hat, lebt sie in Hamburg, entwirft experimentelle Designstücke und hat gerade mit ihrem Partner Marcel Besau eine Designagentur gegründet.

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Freundschaftsstuhl

Andere Leute haben Freundschaftsbändchen, meine Freundin Jana und ich haben Freundschaftsstühle. Bei einem gemeinsamen Streifzug durch einen Haushaltsauflösungsladen haben wir diesen wunderschönen Kinderstuhl beide gleichzeitig entdeckt – und wollten ihn beide sofort kaufen. Wir waren schon dabei zu überlegen, wie wir uns diesen Stuhl teilen könnten, wie er vielleicht hin- und herreisen könnte zwischen Aachen und Hamburg, als wir plötzlich am Ende der riesigen Halle den gleichen Stuhl ein zweites Mal entdeckten. Was wirklich ungewöhnlich ist, denn von Kinderstühlen gibt es ja normalerweise nur ein Exemplar. Wir kauften sie also beide. Ich habe meinen schon öfter für Stylingjobs mitgenommen und es wollten ihn mir schon einige abkaufen. "Unmöglich", sage ich dann immer, "das ist ein Freundschaftsstuhl".

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Werkzeugkasten

Den Werkzeugkasten habe ich auf dem Dachboden der WG meines Freundes gefunden. Dort hatten Generationen von Bewohnern Dinge liegen lassen. Als die WG aufgelöst werden sollte, musste der Speicher ausgemistet werden. Den Werkzeugkasten wollte niemand haben, denn er war schmutzig und grau. Ich putzte ihn so lang, bis die schöne blaue Farbe zum Vorschein kam. Seitdem ist er immer dabei, wenn ich auf Messen, Fotoproduktionen oder Ausstellungen bin. Und in seinen großen Fächern sammeln sich skurrile Kleinigkeiten, die mich an schöne Projekte erinnern.


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Schlüsselband

Dieses Schlüsselband aus einem echten Maßband hat eine Freundin von mir entworfen. Es ist ungeheuer praktisch, wenn man wie ich ständig etwas ausmessen muss. Mit einem Handgriff lässt es sich vom Schlüsselring ablösen, es ist lang genug, um das Schlüsselbund immer schnell zu finden – und es sieht gut aus. Ich habe es ständig in der Hosentasche. Weil es recht schnell abnutzt, habe ich es mir schon ein paarmal nachgebaut.

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Prototyp

Nido war ein Semesterprojekt an der HfG Karlsruhe. Ich hatte Glasfaser mit Kunstharz getränkt und so in geometrischen Mustern gewickelt, dass daraus ein Hocker entstand. Die ersten Prototypen kamen gut an, aber es war nicht einfach, einen Hersteller zu finden, der aus dem filigranen Material einen stabilen Hocker herstellen konnte. Schließlich kam ich mit einer Firma in Stralsund zusammen, die das entsprechende Know-how hat. Dieser Nido ist der erste Prototyp, der aus der Werkstatt kam und wirklich funktionierte. Ich werde wohl noch ein paar Jahrzehnte als Designerin arbeiten, aber ich glaube, es wird nie wieder ein Objekt geben, das mein Leben so verändert.

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Postkartenständer

Für eine Ausstellung in der HfG Karlsruhe hatten wir mal ein paar dieser Postkartenständer besorgt. Einer blieb übrig und kam mit zu mir nach Hause. Seitdem erweist er sich als nützlich und schön. Man kann Ketten daran aufhängen und Postkarten und alles Mögliche darin aufbewahren. Er ist einfach ein schönes Objekt, das sich ständig verändert.