Portrait

Ina Seifart

Accessoire-Designerin

Berlin


Ina Seifart ist Accessoire-Designerin und lebt mit ihrer Tochter in Berlin. Nach mehreren Auslandsaufenthalten in Paris und Mailand zieht es sie immer wieder zurück nach Berlin, wo sie an ihren Kollektionen  ina.seifart und SUPER123 arbeitet.

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Dackel

Ich weiß nicht mehr, wie es sich ergeben hat, aber ich liebe Dackel. Dackel sind tolle Tiere, sehen super aus und sind extrem lustig. Wenn ich nicht so viel unterwegs gewesen wäre, hätte ich mir längst einen zugelegt. Meine Freunde wissen, wie sehr ich Dackel mag, und schenken mit seit jeher Dackeldinge, Bücher zum Beispiel oder ein Dackelportrait in Öl, das mir bei einem Umzug leider abhanden gekommen ist. Zu meinem 30. Geburtstag kam ein Freund mit einer großen Sporttasche an. Darin war dann dieser Dackel. Er kommt aus Paris, vom Clignancourt-Flohmarkt. Eigentlich wollte er mir ein Dackel-Messerbänkchen schenken, dann entdeckte er bei einem Antiquitäten-Händler diesen Dackel. Er heißt Fritz und begleitet mich überall hin. In meinem alten Büro war er der erste, der einzog, und als ich mir eine Berlin-Auszeit genommen habe und für ein Jahr nach Mailand gegangen bin, hat er mich natürlich auch begleitet. Er hat schon den einen oder anderen Paketboten erschreckt, denn er sitzt immer mit dem Blick zur Haustür! Fritz hat ein selbstgebasteltes Halsband und eine Leine für meine Patenkinder. Wenn sie zu Besuch kommen, ist ihre erste Frage immer: "Wo ist die Leine?". Einmal ist sein hinterer Fuß abgebrochen, aber wir konnten ihn wieder zusammenkleben.

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Mutter-Kette

Das ist ein Stück aus meiner Kollektion. Ich trage die Mutter-Kette schon lange und jeden Tag, auch als ich noch gar nicht Mutter war. Sie ist mein Lieblingsstück. Ich mag das Wortspiel, außerdem finde ich, dass das ein wahnsinnig schönes Objekt ist - eines von den Dingen, an denen man sonst einfach vorbei guckt, in denen aber eine große Schönheit steckt, wenn man sie erst einmal betrachtet. Die Mutter ist aus Messing und unbehandelt, ich habe sie so gelassen, wie sie ist. Die Schönheit des Einfachen zu finden, darum geht es bei mir.

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Champagnerflasche

Die Champagnerflasche war das allererste, was ich in den Klinikkoffer vor der Geburt meiner Tochter packte. Im Kreißsaal habe ich noch daran gedacht, die Hebamme zu bitten, die Flasche kalt zu stellen. Gleich nach der Geburt hat sie mit uns auf unser Würmchen angestoßen. Es waren die leckersten Schlucke Champagner meines Lebens. Jetzt steht die Flasche bei mir auf dem Fensterbrett.

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Koffer

Diesen Koffer besitze ich sicher schon zehn Jahre. Ich finde, er wird immer schöner mit jeder Beule und jedem Aufkleber. Sie sind eine Erinnerung an die Orte, an denen wir schon zusammen waren: Sehr oft in Paris, aber auch in Kopenhagen, Moskau, New York, und ich bin auch mal nach Japan geflogen, um Kunden zu besuchen, Argentinien, Uruguay. Ich bin mit ihm sogar durch die Anden gereist. Alle anderen Backpacker kamen mit ihren Rücksäcken, ich mit meinem silbernen Riesenkoffer. Das Lustige ist: Obwohl ich so viel reise, bin ich ein wahnsinnig schlechter Packer. Ich weiß nie, was ich mitnehmen soll, das Packen macht mich immer ganz nervös und meistens bekomme ich richtig schlechte Laune.

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Weiße Blumen

Ich kaufe mir jede Woche frische Blumen, immer weiße. Ich hasse Topfblumen. Für mich müssen es immer Schnittblumen sein, und weiß finde ich am schönsten. In diesen Vasen mag ich sie besonders, ich habe sie mir irgendwann bei Murkudis gekauft, ein Set von alten Flaschen, abgeschnitten und zu Vasen umfunktioniert. Ich hatte sie auch in Mailand mit, obwohl in Italien Blumen fünf Mal so teuer sind wie bei uns, weil man in Italien keine Blumen mitbringt, wenn man eingeladen ist, sondern Wein und etwas Süßes. Trotzdem habe ich mir jede Woche frische Blumen gekauft und in der ganzen Wohnung verteilt. Der Blumenhändler bei mir in der Straße hat sich darüber sehr gefreut.