Portrait

Julia Schenk

Grafikerin

Karlsruhe


Julia Schenk lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Karlsruhe. Gestalten und Wohnen sind ihre großen Leidenschaften. Außerdem mag sie Buchstaben, Schnee, ihre Kamera, Fisherman´s Friends, die Farbe Blau, Papier und Vergissmeinnicht. Über all das, Kunst, (ihr) Design und DIY schreibt sie auf philuko.

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Edekafrau

Ich wollte schon immer eine hölzerne Skulptur besitzen. Ich mag Holz, seit ich eine Ausbildung zur Schreinerin gemacht habe. Lange Zeit suchte ich. Mir schwebte eine Figur vor, grob geschnitzt. Im März 2010 brachte mich ein Zeitungsartikel meinem lang gehegten Wunsch sehr nahe. Ich entdeckte das Foto eines Paares, das glücklich in die Kamera lächelte. Unter dem Arm trug es eine Edekafrau, die das Paar gerade auf der Art Karlsruhe gekauft hatte (diese Kunstmesse hatte ich ausgerechnet in jenem Jahr verpasst). Eine Holzfigur, genau wie ich sie mir vorgestellt hatte. Ich musste mehr erfahren über die Edekafrauen und wühlte mich durchs Internet. Bis ich endlich die "Dame meines Herzens" gefunden hatte, verging ein bisschen Zeit. Erstens war es nicht so einfach, eine zu ergattern, und zweitens musste ich sparen. Aber jetzt ist Frau Rot hier für immer mein. Mit der Künstlerin, Kristina Fiand, stehe ich bis heute in Kontakt - es gibt sogar eine Edekafrau mit einem meiner Kissen. Die steht jetzt bei meinen Eltern im Wohnzimmer.

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Teller

Das Hutschenreuther-Service ist ein Andenken an meine Großtante. Jene Tante besaß eine Ferienwohnung in Bayern, die sie meinen Eltern vererbt hat, samt Rauhhaardackel. Ihr habe ich es zu verdanken, dass wir jährlich in den Genuss mindestens zweier Auszeiten in diesem wunderbaren Flecken Deutschlands kommen, sommers wie winters. Wer weiß, ob ich sonst je auf die Idee gekommen wäre, in den deutschen Alpen Urlaub zu machen. Ich hätte einiges verpasst. Deshalb liebe ich dieses Geschirr so sehr - es erinnert mich an meine großzügige Verwandte und an Bayern, das sie mir so nah gebracht hat. Blau-weiß, Bayern.

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Tisch

An diesem Tisch wurde ich schon gefüttert. Als ich zur Welt kam, lebten meine Eltern in einer kleinen Hochhaus-Wohnung. Aus Erzählungen weiß ich, dass dieser Tisch im Flur stand. Man kam zur Tür herein und stand im Esszimmer. Später wurde der Tisch lange Zeit im Keller verwahrt, bis er letztes Jahr zu mir zurück kam. Der runde Marmorgeselle fügt sich wunderbar ins Wohnzimmer, man sitzt und unterhält sich ganz anders als an einem eckigen Tisch. Ich will nie wieder einen eckigen Esstisch.

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Ultraschallbild

Diese Aufnahme ist ein konservierter Schockmoment. Als mir der Arzt eröffnete, dass ich Zwillinge erwarte, blieb die Welt für einen Augenblick stehen. In meinem Kopf drehte sich alles. Der Arzt lachte schallend. Ich lachte mit, obwohl mir gar nicht danach war. Es hat gedauert, bis ich mich mit dem Gedanken anfreunden konnte. Heute ist alles gut. Aller guten Dinge sind drei.

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Kopfhörer

Musik ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens, der Kopfhörer steht sinnbildlich dafür. Nichts geht ohne Musik: Musik anhören - und selber machen. Mit acht begann ich mit dem Cellospielen, ich hatte Unterricht bis zum Abitur. Orchesterreisen nach Italien, Spanien und England sind ein prägender Bestandteil meiner Schulzeit. Was für einen Spaß wir hatten! Meine Kinder sollen auch in diesen Genuss kommen. Sie wachsen mit viel Musik auf. Klassisch und nicht-klassisch. Das große Mädchen mag den Panik-Udo. Womit wir wieder beim Cello wären. Aber sie lernt Geige.