Portrait

Marie Biermann

Sängerin

Hamburg


Die Sängerin und Synchronsprecherin ist das sechste von zehn Kindern des Liedermachers Wolf Biermann. Im Frühjahr hat sie bei 2001 ihre erste Platte „Marie singt Biermann“ veröffentlicht – und ist seitdem immer öfter auf Bühnen in Hamburg und Berlin anzutreffen, wo sie mit sehr sinnlicher Stimme die Liebes- und Kneipenlieder ihres Vaters singt.

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Ring

Dies ist mein Bühnenring. Er stammt aus einem Modeschmuck-Laden in Santa Monica und ich trage ihn bei jedem Auftritt, egal zu welchem Outfit. Er passt sich wie ein zu buntes Chamäleon jeder Klamotte an und eignet sich wundervoll, um einen klassischen Jil Sander-Look zu entkräften. Außerdem mag ich das Frühlingsthema: Blumen, Schmetterlinge, Marienkäfer! Im Frühling lacht mein Herz. Eigentlich finde ich es blöd, einen Talisman zu haben, aber jetzt habe ich auch einen.

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Hase

Den kleinen Stoffhasen hat mir ein Zauberkünstler morgens um sechs auf St. Pauli geschenkt. Er sah ein bisschen aus wie Hotzenplotz und hat mir mit dem Hasen etwas Wichtiges auf den Weg gegeben. Am nächsten Tag bin ich mit dem Hasen in der Hand aufgewacht und seitdem hat er einen Ehrenplatz in meiner Wohnung. Er berührt mich. Ich verbinde mit ihm eine wichtige Geschichte, die ich nicht erzählen will. Nur soviel: Hotzenplotz ist nicht mit nach Hause gekommen.

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Tinte

Als Teenager habe ich es geliebt, mit Federkielen und Füllfederhaltern zu schreiben und mir besondere Tintenfarben im Papeteriegeschäft von Waltraud Bethge gekauft. Die „Schilfgrüne Tinte“ und die „Türkisblaue Frühlingstinte mit Maiglöckchenöl“ habe ich 1988 gekauft. Sie stehen bis heute auf meinem Schreibtisch und erinnern mich an eine Zeit, als meine Seele noch jung und die Dinge noch nicht so vergänglich waren. Jedes Jahr verdunstet ein bisschen von der Tinte.

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Gefühlekiste

Der rote Karton ist voll von Dingen, die mir wichtig sind. Eigentlich bin ich nicht der Typ, der alles aufbewahrt, aber diese Kiste ist der Platz, an dem Dinge landen, mit denen ich so viel verbinde, dass ich sie nicht verlieren will. Wenn sie zu voll wird, werden Dinge entsorgt, damit andere Platz haben. Fotoautomatenstreifen von alten Lieben, Briefe, die Pappschachtel meiner ersten Antibabypillen, Omas Bernsteinkette, Muscheln, Skipässe, mein alter Schulzirkel, Mädchenkram, mein erster BH, ein selbstgeschnitztes Styroporherz signiert von meinem ersten Freund, Pillen gegen Flugangst, ein geschenktes Nachthemd aus schwarzer Seide, eine Streichholzschachtel mit Milchzähnen, und so manches Oberteil, das ich an besonders verrückten, schlimmen oder bedeutungsvollen Abenden getragen habe.

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Schmortopf

Der Topf steht für meine Liebe zum Kochen. Ich koche seit meinem zehnten Lebensjahr, aus Lust am Essen und aus Faszination für Ingredienzen. Ich habe als Kind Kochbücher sogar zum Einschlafen gelesen. Eines meiner Lieblingsbücher war das „Buch der Ingredienzen“, eine Art Katalog für Käse- und Gemüsesorten, Gewürze, Fleisch – einfach Zutaten aller Art. Diese Le Creuset-Töpfe sind ziemlich teuer und ich habe ihn in einer Zeit, in der ich sehr wenig Geld hatte, von meiner Familie geschenkt bekommen. Auch deshalb bedeutet er mir viel.