Portrait

Praline Le Moult

Designerin

Wien


Praline Le Moult ist Designerin und Art-Direktorin für das Wiener Mode- und Stoffgeschäft India und kooperiert mit traditionellen Handwerksbetrieben im indischen Jaipur.

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Wasserfarben

Diese Wasserfarben habe ich von meinem Vater bekommen als ich 17 war. Sie begleiten mich überall hin, besonders auf weite Reisen. Manchmal schreibe ich einen Wunsch auf die Palette. Wenn er sich im Wasser auflöst, geht er ziemlich sicher in Erfüllung.

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Dschungel-Buch

Ich habe es noch nicht gelesen, bloßein paar Knicke in die Seiten gemacht. Ich stelle mir den Inhalt lieber vor und lasse mich davon inspirieren: Die sprechenden Tiere, die Geräusche, der Geruch des Regenwalds. Die Gebrüder Grimm im Amazonas, ein Affe im Schwarzwald, ein Junge und ein Tiger in Bengal.

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Mundharmonika

Das kleinste und gleichzeitig lauteste Instrument, das ich kenne. Ich kann zwei Minuten darauf spielen, ohne dass jemand merkt, dass ich es nicht kann. Ich habe sie dabei, wenn ich spazieren gehe, auf ihr zu spielen macht deutlich mehr Spaß als zu pfeifen. Außerdem lässt sie mich cool aussehen (wenigstens für zwei Minuten). Ich wünschte, ich könnte ein Musiker sein, singen, Menschen zum Tanzen oder Weinen bringen. Wenn ich es hinkriege, diesem seltsamen kleinen Instrument ein paar harmonische Töne zu entlocken, schöpfe ich Hoffnung, dass das vielleicht doch noch etwas werden könnte. Und danke meinem Freund PM, dass er sie mir geschenkt hat.

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Skulptur

Das Letzte, das ich mir gekauft habe: ein Stück Stoff in Metallic. Was ist das für ein Ding, das aussieht als käme es direkt aus Terminator? Das Material ist schwer zu fassen, es besteht aus sehr feinen Metallfäden, ist aber trotzdem so weich, dass man es gut formen kann. Es reflektiert alles, fast wie flüssiges Aluminium. Ein seltsames Ding. Bei einer Party habe ich es mal um meine Hüfte gebunden. Der Dance-Floor war ein riesiger Spiegel und ich der Hingucker des Abends, eine harmlose, aber sehr glamouröse Version einer Maschine namens Terminatorette.

 

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Verlobungsring

Früher habe ich anderen Frauen immer auf den Ringfinger geschaut, ob sie einen Verlobungsring tragen und sie heimlich darum beneidet. Ich glaube noch an das Märchen vom Prinzen, der in einem Frosch steckt (selbst nachdem ich viele Frösche geküsst habe, die Frösche blieben). Letztes Jahr habe ich ihn tatsächlich gefunden, und es war ganz einfach: er sieht aus wie ein Prinz und heißt auch so: Harri. Er gab mir diesen Ring in der Weihnachtsnacht. Als wir neben dem Christbaum schliefen und uns einen Gute-Nacht-Kuss gaben, sagte er: "Schau doch mal nach dem kleinsten Geschenk". Da war wirklich eine kleine weiße Box. So klein, dass sie nur etwas Kostbares enthalten konnte, ein Schmuckstück vielleicht. Wie überrascht und überwältigt ich war, als ich die Schachtel öffnete und darin der Inbegriff von Verlobungsring lag: exakt so ein Ring, wie ihn der Prinz seiner Prinzessin schenken würde. Eine Perle, nicht zu weiß, nicht zu rund, auf einer kleinen Krone thronend, so schön, dass er fast wie ein Fake aussieht. Gut möglich, dass die Perle in ihrer ovalen Form nicht aus dem Meer, sondern aus einem See kommt. Der Ring ist schon sehr alt, über 100 Jahre, so viele Jahre wie unsere Liebe überdauern wird.